Illustration: Haferdrink.com
WISSEN
Fermentation & Enzymtechnik bei Haferdrinks erklärt
Wir zeigen, wie Enzyme und Fermentation den Geschmack von Hafermilch prägen, welche Hersteller darauf setzen und wie du es selbst ausprobierst.
Schnellüberblick
Warum Enzyme in Haferdrinks eine Rolle spielen
Hafer besteht überwiegend aus Stärke. Damit daraus ein cremiger Drink entsteht, setzen Hersteller Enzyme wie Amylasen ein. Sie spalten lange Stärkemoleküle in kürzere Zuckerketten. Das sorgt für eine natürliche Süße und verhindert, dass der Drink sandig wirkt. Enzyme arbeiten bei bestimmten Temperaturen am besten: Zwischen 50 und 60 Grad wird die Stärke verflüssigt, bevor der Mix erhitzt und filtriert wird. Einen Überblick über die Grundherstellung findest du im Beitrag Wie wird Hafermilch hergestellt?.
Fermentation bringt neue Aromen
Einige Produzenten gehen einen Schritt weiter und lassen den Drink fermentieren. Milchsäurekulturen verwandeln Zucker in milde Säure, die an Kefir erinnert. Marken wie Yosa oder Start-ups aus Skandinavien experimentieren mit Hafer-Joghurts und trinkfertigen Kulturdinks. Die Vorteile: mehr Komplexität im Geschmack, lebende Kulturen und eine angenehm dichte Textur. Allerdings sind fermentierte Varianten empfindlicher und müssen gut gekühlt werden.
Kombinationen aus beiden Welten
Moderne Hersteller wie Vly oder kleinere Spezialröstereien kombinieren Enzymaufschluss mit kurzen Fermentationsphasen. Das Ergebnis ist ein Drink, der wenig Zucker enthält, aber dennoch süß schmeckt und beim Aufschäumen stabil bleibt. Solche Produkte werden oft als "Foam" oder "Cultured" beworben. Lies die Zutatenliste: Stehen dort Kulturen wie Streptococcus thermophilus, handelt es sich um fermentierte Varianten.
So gelingt das Experiment daheim
- Koche deinen Haferdrink nach der Anleitung aus Hafermilch selber machen.
- Lass ihn auf 40 Grad abkühlen und rühre einen Löffel veganen Naturjoghurt ein.
- Fülle den Mix in ein steriles Glas, decke es locker ab und lass es zwölf Stunden bei Zimmertemperatur stehen.
- Probiere den Drink. Wenn er angenehm säuerlich ist, stelle ihn in den Kühlschrank und verbrauche ihn innerhalb von zwei bis drei Tagen.
Sicherheit geht vor
Arbeite sauber, damit sich keine unerwünschten Keime bilden. Reinige Gefäße mit heißem Wasser und trockne sie vollständig. Falls der Drink muffig riecht oder sich Schimmel bildet, entsorge ihn. Du kannst den Geschmack mit Vanille, Zitronenschale oder einem Schuss Espresso abrunden – je nachdem, ob du ein Frühstücksgetränk oder einen Barista-Drink planst.
Fazit
Enzyme und Fermentation sind die unsichtbaren Helfer, die Haferdrinks cremig, aromatisch und vielseitig machen. Wer die Prozesse versteht, kann gezielter einkaufen und zu Hause eigene Kreationen entwickeln.


